Schülerpatenschaften im SenegalSeit 1995 haben wir 250 Patenschaften im Senegal, Gambia, Ghana und Kenya vermittelt. Viele Kinder haben die Schule seither abgeschlossen. Im Senegal wurde über die Eigendynamik ein riesiger Multiplikationsfaktor erzielt: Während 1995 zu Projektbeginn 4 Mädchen und 20 Burschen aus Kabrousse nach der Volksschule eine weiterbildende Schule besuchten, sind es jetzt fast eintausend – nicht nur die vom uns Geförderten! Wir besuchen unsere Schützlinge einmal pro Jahr. Vor Ort haben wir ein kleines Mitarbeiterteam. Eine unserer Mitarbeiterinnen ist Marie Piere Diatta, sie hat von unserem Patenschaftsprogramm profitiert und eine gute Ausbildung genossen. Sie ist heute Mutter von zwei kleinen Kindern und hat, was für eine Frau im Senegal eher ungewöhnlich ist, einen angesehenen Job. Nebenbei managt sie administrative Aufgaben in unserer Außenstelle in Dakar. Mit nur Euro 150,-- / Jahr Wenn Sie Briefkontakt mit Ihren Patenkind möchten und der französischen Sprache nicht mächtig sind, helfen wir gerne bei der Übersetzung. Ein Tipp: fragen Sie Ihr Patenkind, was Sie als wissenswert erachten. Ein afrikanisches Kind kann sich nicht denken, was ein erwachsener Europäer von ihm wissen möchte. Viele sind zudem schüchtern. Auch kulturelle Unterschiede spielen hier mit. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihr Patenkind persönlich kennen zu lernen. Wir organisieren einmal im Jahr eine Bildungs- und Erlebnisreise nach Senegal.
Das finanzieren wir mit dem Patenschaftsgeld:
Schulgeld Hier ergeben sich die größten Unterschiede. Öffentliche Schulen verlangen nur eine jährliche Einschreibgebühr, ihre Plätze sind aber begrenzt auf ca. 10% der Volksschulabgänger. Privatschulen haben ganz unterschiedliche Kosten. Berufsbildende höhere Schulen und Fachhochschulen kosten pro Jahr sogar doppelt bis dreimal so viel wie der festgesetzte Patenschaftsbeitrag. Schulmaterial Um die Höhe des jährlichen Pauschalbetrags festzusetzen, erkundigen wir uns bei den Schuldirektionen. Manche Schulen haben Leihbücher, manche nur eine begrenzte Anzahl, manche SchülerInnen erwerben Bücher second-hand von älteren SchülerInnen oder von ihren Geschwistern. Werden neue Bücher angeschafft, so müssen diese am Schuljahrsende an unseren Betreuer Philippe Gomis oder in Absprache an die Schuldirektion zurückgegeben werden, damit sie nächstes Jahr wieder verwendet werden können. Miete und Ausstattung Manche Kinder wohnen gratis bei entfernten Verwandten, können aber zum Schlafen nur eine Strohmatte, die ihnen ihre Mutter geflochten hat, auf dem Lehm- oder Steinboden ausrollen - neben den bereits überfüllten Betten ihrer Verwandten. Sie erhalten von uns Schaumgummi-Matratzen und teilweise Decken. Das desolate Schülerwohnheim in Oussouye, in dem 35 Burschen autonom leben, haben wir weitgehend saniert, Toiletten errichtet und elektrischen Strom eingeleitet. Privat wohnende SchülerInnen haben meist kein elektrisches Licht, sie erhalten Geld für Petroleum und machen ihre Hausaufgaben am Boden – Tisch und Sessel haben sie nicht. GesundheitSozialversicherung gibt es nur auf wenige Berufsgruppen beschränkt. Unsere SchülerInnen zählen nicht dazu. Wer kein Geld hat, muss eben monatelang leiden (oft ein Schuljahr versäumen!) oder sterben. Deshalb übernehmen wir auch diese Kosten. So kostete z.B. eine Zahnbehandlung Euro 25,-- und die Operation einer gefährlichen Zyste Euro 150,--. Allen gerecht werden, heißt nicht jedem das Gleiche geben, sondern entsprechend den unterschiedlichen Bedürfnissen: Diese hängen ab vom Schultyp, von der Art und Ausstattung der Unterkunft, sowie vom sozialen Umfeld und der Gesundheit. Beispiel: Schüler René Diallo Schulgeld im Collège Joseph Faye: Euro 70,--, Schulmaterialien Euro 25,--, Miete: Euro 50,--, Arztkosten: Euro 25,-- = Euro 170,--. Einige Schüler brauchen auch noch Zuschüsse, um manchmal heimfahren zu können. Bei anderen geht zu Ostern der Reisvorrat aus, dann müssten sie die Schule abbrechen und heim ins Dorf, um irgendwo mitessen zu dürfen. Wer kein Schulgeld und keine Miete bezahlen muss und nicht krank wird, kann deshalb nicht etwa mehr "Taschengeld" bekommen. Die Differenz wird für andere SchülerInnen dringend gebraucht! |